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✍️ DIE HEIMAT • Hessen
📍 Staufenberg, Landkreis Gießen
Am 26. August 2026 versammelten sich um 19 Uhr Bürgerinnen und Bürger vor dem Rathaus der Stadt Staufenberg (Landkreis Gießen), um an ein Stück deutscher Geschichte zu erinnern, das viel zu oft verschwiegen wird: den 185. Jahrestag der Entstehung des Liedes der Deutschen. Am 26. August 1841 schrieb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben den Text auf Helgoland, in einer Zeit, in der Deutschland aus zahllosen Kleinstaaten bestand und die Menschen für Einheit, Freiheit und Recht auf die Straße gingen. Was viele heute vergessen: Dieses Lied war ursprünglich ein Freiheitslied, kein Herrschaftslied. Es entstand aus dem Wunsch, dass die Loyalität zum eigenen Fürstentum hinter der Loyalität zu einem gemeinsamen Deutschland zurücktreten sollte.


Kundgebung vor dem Rathaus Staufenberg zum 185. Jahrestag des Liedes der Deutschen
Ein Erbe, das umkämpft ist
Dass dieses Erbe heute wieder umkämpft ist, zeigte sich bereits im November 2025. Damals fand in Staufenberg ein Gedenkmarsch zum Immelmann-Denkmal statt. Die Stadt hatte ein Versammlungsverbot verhängt, das vom Verwaltungsgericht Gießen im Eilverfahren gekippt wurde. Statt die Entscheidung des Gerichts zu akzeptieren, erließ die Stadt daraufhin Auflagen. Als die Teilnehmer alle drei Strophen des Liedes der Deutschen sangen, lösten Polizei und Ordnungsbehörde die Versammlung auf und stellten die Personalien fest. Dabei ist klar: Das Singen des historischen Liedtextes ist in Deutschland nicht strafbar. Die Veranstalter werten den Vorgang als unzulässigen Eingriff in Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Er wird juristisch aufgearbeitet, eine Klage ist beim Verwaltungsgericht Gießen anhängig.
Das Verwaltungsgericht Gießen kippte im November 2025 ein Versammlungsverbot der Stadt Staufenberg im Eilverfahren. Trotzdem löste die Ordnungsbehörde die Versammlung nach dem Singen des Liedes der Deutschen auf. Eine Klage gegen dieses Vorgehen ist beim Verwaltungsgericht Gießen anhängig.
Erneut vor dem Rathaus in Staufenberg
Genau deshalb hat Stefan Jagsch zum 185. Jahrestag erneut eine Kundgebung an genau diesem Ort angemeldet und durchgeführt, bewusst wieder vor dem Rathaus in Staufenberg. Die Botschaft dahinter: Man kann das Lied der Deutschen und die eigene Geschichte nicht einfach aus dem öffentlichen Raum verbannen, indem man versucht, es zu verbieten oder zu skandalisieren.
Gesprochen haben Stefan Jagsch, hessischer Landesvorsitzender der HEIMAT, sein Stellvertreter Thasilo Hantusch sowie Hans Weber. Sie gingen auf die Entstehung des Liedes im Zusammenhang mit der Rheinkrise von 1840/41 ein und erklärten seine Rolle in der deutschen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts. Einer Bewegung, die sich gegen Fürstenwillkür und für ein geeintes, freies Deutschland richtete. Sie erläuterten außerdem, warum ausgerechnet Staufenberg als Ort gewählt wurde, und zogen die Linie zwischen der damaligen Auflösung der Versammlung und der aktuellen Debatte um Meinungsfreiheit.
Den Abschluss bildete das gemeinsame Singen aller drei Strophen des Liedes der Deutschen.
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