Am 30. Juni 2026 erklärte Andreas Karl, Ratsmitglied der HEIMAT im Verbandsgemeinderat An der Finne, seinen sofortigen Rücktritt. Er hatte gewarnt. Er hatte Fragen gestellt. Er hatte auf wissenschaftlich belegte Gesundheitsrisiken hingewiesen. Der Rat wollte davon nichts wissen.

Andreas Karl

Zur Person

Andreas Karl ist Ratsmitglied der HEIMAT im Verbandsgemeinderat An der Finne und seit Jahren in der kommunalpolitischen Arbeit der Region tätig. Er hat die wissenschaftliche Debatte um Infraschall und die Gesundheitsrisiken durch Windkraftanlagen konsequent verfolgt und immer wieder in das Gremium eingebracht. Ohne Erfolg.

Der unmittelbare Anlass: der Ratsbeschluss, neue Windkraftindustrieanlagen im Gemeindegebiet zuzulassen. Eine eigenständige Gefahrenanalyse lehnte das Gremium ab. Man sei dafür nicht zuständig, hieß es, und fachlich auch nicht in der Lage. Karl erklärte daraufhin seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung. Wer nicht prüft, trägt trotzdem Verantwortung.

„Eine übergroße Mehrheit des Verbandsgemeinderates dürfte geistig nicht in der Lage sein, sich um die Sicherheit von Mensch, Tier und Umwelt kümmern zu wollen.“

Andreas Karl · Rücktrittserklärung, 30. Juni 2026

Wer die vorhandene Wissenschaft kennt und dennoch keine Prüfung veranlasst, handelt fahrlässig gegenüber den Menschen, die er vertritt. Das ist kein Vorwurf. Das ist eine Feststellung.

Was die Wissenschaft längst weiß: Infraschall macht krank

Am 13. November 2025 fällte das Tribunal judiciaire de Strasbourg ein Urteil mit europaweiter Bedeutung. Eine Lehrerin, die in der Nähe eines Windparks lebte, litt unter Schwindel, Schlafstörungen, Tinnitus, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und anhaltenden Angstzuständen. Nach ihrem Umzug verschwanden die Symptome vollständig.

Das Gericht stellte fest: Der Betrieb der Windkraftanlagen war die direkte und sichere Ursache für die Beschwerden. Akustische Messungen hatten erhöhte Infraschallwerte im Wohnhaus nachgewiesen. Der Schall liegt unterhalb der Hörgrenze, ist aber biologisch wirksam und durch normale Bauisolierung nicht aufzuhalten. Neurologische und medizinische Gutachten bestätigten den Zusammenhang. Die Frau erhielt 8.300 Euro Schadensersatz, ihr Ehemann 5.000 Euro.

Urteil im Überblick

  • Gericht: Tribunal judiciaire de Strasbourg
  • Datum: 13. November 2025
  • Nachweis: Erhöhte Infraschallwerte durch akustische Messungen
  • Gutachten: Neurologisch und medizinisch bestätigt
  • Schadensersatz: 8.300 € (Klägerin) + 5.000 € (Ehemann)
  • Feststellung: Windkraftbetrieb als direkte, sichere Ursache der Beschwerden

Deutsche Gerichte weisen vergleichbare Klagen bislang regelmäßig ab. Die Wissenschaft ist dieselbe. Der Unterschied liegt im politischen Willen. In Frankreich hat die Justiz gehandelt. In Deutschland schützt man die Investoren.

Mehr Anlagen, weniger Strom: Das Märchen von der Energiewende

Neben den Gesundheitsrisiken zeigt die Ertragsbilanz der Windkraft ein weiteres Problem. Die installierte Leistung stieg von rund 69 GW auf über 76 GW. Die Stromerzeugung sank trotzdem:

Jahr Stromerzeugung Windkraft Installierte Leistung
2023 141,8 TWh ~69 GW
2024 ~127 TWh ↓ ~73 GW
2025 (Prognose) ~130–136 TWh ~76 GW

Quellen: Fraunhofer ISE, Bundesnetzagentur, BDEW (Stand: 2025)

Elektrischer Strom deckt nur rund 20 Prozent des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs. Selbst wenn der Windkraftanteil an der Stromerzeugung weiter steigt, bleibt der Beitrag zur Gesamtenergieversorgung gering. Wärme, Industrie und Verkehr laufen nach wie vor überwiegend fossil. Um Deutschland vollständig mit erneuerbarem Strom zu versorgen, wäre laut Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ein Vielfaches der heutigen Kapazitäten erforderlich, zuzüglich massiver Speicher für Dunkelflauten über Tage und Wochen. Die verfügbare Landfläche Deutschlands reicht dafür schlicht nicht aus.

Ohne Subventionen und garantierte Einspeisevergütungen, auch dann, wenn wegen Netzüberlastung kein Strom abgenommen werden kann, rechnen sich die Anlagen nicht. Die Bevölkerung trägt die Kosten über Steuern, Abgaben und steigende Verbraucherpreise. Der steigende Mehrwertsteueranteil mit jedem Preisanstieg ist ein Mechanismus, von dem der Staat profitiert. Eine Politik, die Ausgaben nach oben treibt, hat kein Interesse an sinkenden Energiepreisen.

HEIMAT fordert: Moratorium und Haftung

„Andreas Karl hat geprüft, gewarnt und als er kein Gehör fand, Konsequenzen gezogen. Das ist nicht selbstverständlich. Wer in einem Rat sitzt und Gesundheitsrisiken wissentlich ignoriert, sollte sich fragen, wen er eigentlich vertritt. Die HEIMAT fordert ein sofortiges Moratorium für Windkraftanlagen in Wohnnähe und eine verpflichtende Infraschallmessung vor jeder Genehmigung.“

Die Heimat (HEIMAT) Sachsen-Anhalt

HEIMAT fordert konkret:

  • Sofortiges Moratorium für neue Windkraftanlagen in weniger als 2 km Abstand zu Wohnbebauung
  • Verpflichtende Infraschall-Voruntersuchung vor jeder Genehmigung – unabhängig und öffentlich
  • Persönliche Haftung von Ratsmitgliedern, die Genehmigungen ohne Gefahrenprüfung beschließen
  • Anerkennung des Straßburger Urteils als Präzedenzfall in deutschen Verwaltungsgerichten
  • Ehrliche Debatte über die physikalischen und wirtschaftlichen Grenzen der Windkraft

Für die Bürger von An der Finne bedeutet weiterer Windkraftausbau ohne Prüfung: Sie tragen das gesundheitliche Risiko, die Kosten – und sie haben niemanden mehr im Rat, der für sie fragt.