
Ein Ostergruß an alle Brandenburger
31. März 2026Angesichts der aktuell enorm hohen Treibstoffpreise an unseren Tankstellen wird schmerzlich deutlich, wie sehr die Abhängigkeit von globalen Märkten den deutschen Bürger belastet (ganz abgesehen von der hohen Steuer- und Abgabenlast). Doch während die Preise für Benzin und Diesel explodieren, droht im Hintergrund eine weitaus massivere Gefahr: Eine verfehlte Rohstoffstrategie der Bundesrepublik, die unsere gesamte Zukunftsfähigkeit gefährdet. Eine nationale Rohstoffstrategie muss daher wieder die ökonomischen Interessen in den Mittelpunkt rücken.
Der Krieg im Iran mündete in einem temporären Waffenstillstand, und es besteht nun zumindest die Chance, dass eine überregionale Eskalation ausbleibt und die Handelswege wieder aufgenommen werden können. Allerdings führte uns dies erneut vor Augen, wie fragil die globalen Lieferketten sind und welche Bedeutung gewisse Rohstoffe für uns haben. Dies betrifft keinesfalls allein nur Öl oder Gas – die Liste kritischer Rohstoffe ist weitaus umfangreicher.
Das Versagen der aktuellen Rohstoffpolitik
Beim Gas mag eine teilweise Abhängigkeit durchaus vorgelegen haben, allerdings zu günstigen Preisen von einem zuverlässigen Lieferpartner, was gegen eine nicht-berechenbare und kostspielige Abhängigkeit eingetauscht wurde. Ein fragwürdiger Schachzug, der jedoch symptomatisch für die im Grund nicht vorhandene Rohstoffstrategie der Bundesrepublik ist.
Die drohende Metallkrise
Brüssels Liste für die kritischen Rohstoffe der EU umfasst mittlerweile 34 Materialien, wovon 17 sogar als strategisch eingestuft werden. Letzteres bedeutet, dass diesen besondere Wichtigkeit für wesentlich erachtete Bereiche zugesprochen wird, wie:
- Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung
- Die „grüne“ Energiewende
- Der digitale Wandel
Ohne Lithium wird diesbezüglich kaum etwas zu bewerkstelligen sein, allerdings geht die EU-Kommission von einer 21-fach höheren Lithium-Nachfrage bis 2050 aus. Der BDI warnt allgemein vor einer „Metallkrise“ bis bereits Ende dieser Dekade. Laut der Internationalen Energieagentur muss bis zum Ende des Jahrzehnts mit einer Versiebenfachung der weltweiten Nachfrage nach kritischen Mineralien gerechnet werden.
Besonders kritisch ist die Lage bei Wolfram. Dieses Schwermetall besitzt den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle und ist in der Rüstung sowie im Maschinenbau unverzichtbar. Nahezu 80 Prozent der weltweiten Produktion entfallen auf China. Aufgrund geopolitischer Spannungen benötigen Exporteure dort mittlerweile staatliche Genehmigungen. Für die zivile Industrie wird die Lage prekär, da sie zusätzlich mit der Nachfrage aus der Rüstungsindustrie konkurrieren muss.
Für ideologiefreie Rohstoffpartnerschaften
Abgesehen von China finden sich kaum größere Unternehmen, die in nennenswerter Größenordnung jene 17 Elemente, die unter die sogenannten Seltenen Erden subsumiert werden, fördern. Während sich Japan und die USA durch langlaufende Lieferverträge abgesichert haben, hat Europa diese Entwicklung verschlafen.
Dabei ist festzuhalten, dass die ideologiegetriebene Vorrangstellung von Windkraft und E-Mobilität hierzulande ohnehin abzulehnen ist. Unabhängig von dieser grundsätzlichen Kritik bleibt jedoch festzuhalten, dass die aktuelle Politik eine massive Rohstoffabhängigkeit vom Ausland zementiert.
Ohne Seltene Erden ist die derzeit forcierte Energiewende nicht umsetzbar, schließlich sind je Windrad gut eine Viertel Tonne Seltene Erden verbaut. Auch die „Mobilitätswende“ stößt an ihre Grenzen, da sich in jedem E-Auto durchschnittlich um die fünf Kilogramm dieser wertvollen Stoffe finden. Die Recyclingquoten erreichen bisher nicht einmal zehn Prozent.

#WirWerdenMehr
Deutschland muss seine Zukunftsfähigkeit sichern durch eine Diversifizierung der Lieferketten und ideologiefreie Rohstoffpartnerschaften, die sich an der ökonomischen Interessenlage orientieren. Wo heute die Diplomatie suspendiert und nur noch sanktioniert wird, muss wieder der Leitsatz „Wandel durch Handel“ gelten, um über die Brücke der Ökonomie Polarisierungen abzubauen. Dies bedeutet auch, sich selbst wieder als Rohstoffstandort zu begreifen und entsprechende Raffineriekapazitäten anzuvisieren.
Ausverkauf heimischer Bodenschätze stoppen
Obwohl wir über Vorkommen verfügen – etwa Seltene Erden in Storkowitz (Sachsen) oder Lithium in Thüringen und Sachsen-Anhalt –, ist die Politik zu behäbig. Genehmigungsverfahren dauern Jahre, und die tätigen Konzerne sind zumeist international gesteuert.
Professor Robert Frau (TU Bergakademie Freiberg) beklagt zudem den fehlenden Schutz vor einem Ausverkauf: Abbaurechte sind in der EU nicht an Ausfuhrbeschränkungen geknüpft. Der „Critical Raw Materials Act“ (CRMA) der EU ignoriert den Export kritischer Rohstoffe völlig – ein eklatantes EU-Versagen, dem sich die Bundesrepublik beugt. Höchste Zeit also für die neue HEIMAT-Rohstoffstrategie!
Sascha A. Roßmüller
Amtsleiter Politik Die HEIMAT





