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6. Mai 2026Geschichte · Erinnerung· Gedenken
Ein Zeichen setzen: Trauermarsch zum Gedenken an die Opfer des Mai 1945
Was in Demmin geschah, darf nicht in Vergessenheit geraten
Im Mai 1945 ereignete sich in der pommerschen Stadt Demmin eines der schwersten Kapitel der deutschen Kriegsgeschichte: ein Massensuizid von kaum bekanntem Ausmaß.

Als sowjetische Truppen im Frühjahr 1945 die Oder überschritten, gehörte Demmin zu den Städten, die von Plünderungen, Gewalttaten und Zerstörung betroffen waren. Die Bevölkerung lebte in großer Angst. Der Ruf der sowjetischen Soldaten, besonders gegenüber Frauen brutal vorzugehen, hatte sich bereits verbreitet. In Demmin wurden zahlreiche Frauen und Mädchen vergewaltigt, viele Männer willkürlich erschossen. Hunderte Menschen nahmen sich aus Verzweiflung und Angst das Leben.
Nachdem die Rote Armee in der Stadt ein Schnapslager erbeutet hatte, brach unter den etwa 15.000 Einwohnern und den Tausenden Flüchtlingen aus Hinterpommern, Ost- und Westpreußen Panik aus. Mehr als 1.000 Menschen, nach Schätzungen des Rostocker Historikers Fred Mrotzek sogar bis zu 2.500, wählten den Freitod. Die meisten ertränkten sich in den umliegenden Flüssen Peene und Tollense. Noch Wochen später trieben Leichen im Wasser und verfingen sich im Schilf.
„Noch nach Wochen trieben hier die Leichen an, blau, aufgedunsen, verfingen sich im Schilf und am Ufer des Flusses.“
Die Toten wurden in einem Massengrab auf dem Friedhof beigesetzt, in dem fast 900 Menschen liegen. Die Kirchenbücher und Totenbücher des Mai 1945 dokumentieren seitenweise Ertrunkene, darunter viele Frauen und Kinder. Die Stadt selbst wurde drei Tage lang zum Plündern freigegeben und wurde anschließend weitgehend niedergebrannt. Zwei Drittel Demmins fielen den Flammen zum Opfer. Die Ausschreitungen hielten noch Wochen nach Kriegsende an.
Demmin 1945 – Die Zahlen
- Einwohner: ca. 15.000 + mehrere Tausend Flüchtlinge
- Suizide: über 1.000 – nach Schätzungen bis zu 2.500
- Massengrab: fast 900 beigesetzte Tote
- Zerstörung: zwei Drittel der Stadt niedergebrannt
Heute erinnert nur eine kleine Gedenktafel auf dem Friedhof an das Geschehen. In keinem Schulbuch wird dieser Massensuizid erwähnt. Tausende Flüchtlinge, die sich damals in Demmin befanden, blieben bis heute größtenteils ungezählt und namenlos.
Der 8. Mai 1945 markierte für Millionen Deutsche nicht nur das Ende des Krieges, sondern auch den Verlust von Heimat, Hab und Gut sowie den Beginn von Flucht und Vertreibung. Zigtausende bezahlten diese Zeit mit ihrem Leben. Nicht nur an diesem Tag, sondern noch Wochen, Monate und Jahre danach. Die Ereignisse in Demmin im Mai 1945 gehören zu den schwersten und am wenigsten bekannten Kapiteln des Kriegsendes in Deutschland. Sie verdienen es, erinnert zu werden. Ein stilles Gedenken an die Toten von Demmin ist möglich und notwendig.
08. Mai 2026 · Demmin
Stilles Gedenken
mit Trauermarsch
Sei dabei und gedenke der Opfer und
des unermesslichen Leids, das sie erlitten haben.
Treffpunkt
🕕 19:00 Uhr
Parkplatz am Stadion / Ecke Jarmener Str.
Gemeinsam erinnern · Gemeinsam gedenken




