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23. Dezember 2025Gedenken | Magdeburg
Ein Jahr danach: Stilles Gedenken an die Opfer des Anschlags von Magdeburg
Magdeburg, 20. Dezember 2025
Der Weihnachtsmarkt als Ort der Unbeschwertheit, bis ein Pkw zur Waffe wird. Ein Jahr nach der Amokfahrt von Magdeburg bleibt die Wunde sichtbar, nicht nur am Alten Markt, sondern in den Biografien vieler Menschen.
Am Abend des 20. Dezember 2024 raste ein Pkw durch den Magdeburger Weihnachtsmarkt am Alten Markt. Sechs Menschen kamen ums Leben, mehr als dreihundert wurden verletzt, Hunderte weitere als Betroffene erfasst. Es war ein Einschnitt, der die Stadt und weit darüber hinaus erschütterte. Die Ermittlungsbehörden sprechen von einer Amoktat, nicht von einem offiziell eingestuften Terroranschlag, für die Hinterbliebenen macht dies den Verlust nicht geringer.
Der Anschlag in Zahlen
- Datum: 20. Dezember 2024
- Ort: Weihnachtsmarkt am Alten Markt, Magdeburg
- Todesopfer: 6 Menschen (ein neunjähriger Junge, fünf erwachsene Frauen)
- Körperlich Verletzte: 323 Personen, davon 41 schwerstverletzt
- Betroffene insgesamt: rund 1.600 (inkl. Hinterbliebene und Augenzeugen)
- Tatmittel: Pkw, gesteuert gezielt durch die Menschenmenge
Diese Zahlen stammen aus den Auswertungen des Bundesopferbeauftragten und der Ermittlungsbehörden.
Am Morgen des Jahrestages versammelten sich Aktivisten der Partei Die HEIMAT, Vertreter der JN sowie freie Aktivisten in der Magdeburger Innenstadt, um der Opfer zu gedenken. In stiller Form wurden Kerzen entzündet und ein Kranz niedergelegt – ohne große Gesten, aber mit erkennbarer Ernsthaftigkeit.
Der Moment war geprägt von Nachdenklichkeit und Respekt gegenüber denjenigen, die ihr Leben verloren haben, und gegenüber den vielen Menschen, deren Alltag seit jenem Abend aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das Gedenken knüpfte bewusst an die offizielle Erinnerung am Gedenkort Johanniskirche an, setzte aber einen eigenen Akzent: bürgerliches Engagement statt bloßer Betroffenheitsrhetorik.
Magdeburg wird diesen Anschlag nicht vergessen. Und es sollte ihn auch nicht vergessen. Wo Gewalt den öffentlichen Raum trifft, steht mehr auf dem Spiel als nur die kurzfristige Sicherheit. Es geht um Vertrauen: in den Staat, in die Nachbarn, in die vermeintliche Selbstverständlichkeit, abends mit Kindern über einen Weihnachtsmarkt gehen zu können.
Der mutmaßliche Täter, ein aus Saudi-Arabien stammender Arzt mit Wohnsitz in Bernburg, sitzt in Untersuchungshaft. Ihm werden mehrfacher Mord, versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Über seine genaue Motivation verhandeln Gerichte und Gutachten; fest steht nur: Eine einzelne Person hat mit einem Pkw innerhalb von Minuten Leben zerstört, die sich nicht reparieren lassen.
Erinnerung, Mitgefühl, Zusammenhalt – das sind keine großen Worte, sondern handfeste Aufgaben.
Das stille Gedenken am Jahrestag versteht sich als Beitrag zu einer Erinnerungskultur, die nicht selektiv ist. Wer von gesellschaftlichem Zusammenhalt spricht, darf die Verletzten und Hinterbliebenen nicht allein lassen, weder materiell noch moralisch. Ihre Geschichte gehört zur Geschichte dieser Stadt.
FAQ: Anschlag von Magdeburg und Gedenken
Wie viele Menschen wurden beim Anschlag von Magdeburg getötet und verletzt?
Nach Auswertung des Bundesopferbeauftragten wurden beim Anschlag vom 20. Dezember 2024 insgesamt 6 Menschen getötet und 323 körperlich verletzt.
Insgesamt gelten rund 1.600 Personen als Betroffene, dazu zählen Hinterbliebene, Verletzte sowie Menschen, die sich im Einwirkungsbereich der Tat befanden.
Wer ist der mutmaßliche Täter des Anschlags?
Der mutmaßliche Täter ist Taleb al‑Abdulmohsen, geboren 1974 in Saudi-Arabien, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit Wohnsitz in Bernburg.
Er wurde noch am Tatabend festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm mehrfachen Mord, versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung vor.
Was ist das Ziel des Gedenkens von HEIMAT-Aktivisten ein Jahr nach der Tat?
Das Gedenken soll an die Opfer erinnern, die Perspektive der Hinterbliebenen sichtbar halten und für eine ernsthafte Unterstützung der Betroffenen werben.
Es geht um eine Erinnerungskultur, die Gewalt klar benennt, ohne einzelne Taten für tagespolitische Schlagworte zu instrumentalisieren.



